Beobachtungen zur Glaubwürdigkeit der Bibel nach Lyttelton/West

Beobachtung zur Glaubwürdigkeit der Bibel

Ist die Bibel glaubwürdig?

Überzeugt vom Christentum? Das waren Baron Lyttelton und Gilbert West nicht wirklich. Sie beschlossen, in Absprache miteinander aber doch getrennt voneinander, das Christentum innerhalb von einem Jahr zu widerlegen. Dabei untersuchten sie die Auferstehung von Jesus Christus und die Umkehr des Paulus und kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Baron Lyttelton

George Lyttelton, im Jahr 1709 in Hagley (Worcestershire, England) geboren, wuchs als Nachfolger von Sir Thomas Lyttelton, einem englischen Mitglied des Parlaments, auf. Seine schulische Ausbildung absolvierte er in Oxford am Eton College und studierte anschließend an der Universität in Oxford. Wie auch sein Vater und seine Vorfahren interessierte sich George Lyttelton für Politik und lies sich deshalb in das Unterhaus wählen. Im Jahr 1737 wurde er Sekretär von Prince of Wales und stieg mit der Zeit zum Schatzkanzler auf. 1756 wurde er in den Hochadel als Baron Lyttelton erhoben.

Gilbert West

Richard West, Vater von Gilbert, plante für seinen Sohn schon früh eine Laufbahn in der Kirche. Doch Gilbert West lies sich von seinem Onkel Viscount Cobham überreden, einen Posten in der britischen Armee anzunehmen. Bleiben konnte er dort nicht lange, denn auch ihn zog es anfangs wie Lyttelton in die Politik, wo er unter Lord Townshend anfing im britischen Parlament zu arbeiten. Als er keine Perspektive für seine Karriere sah, entschloss er sich erst einmal der Politik fernzubleiben. Er konzentrierte sich nunmehr auf sein eigenes Leben und heiratete. Für seine Übersetzungen der griechischen Werke von Pindar in die englische Sprache wurde er geehrt.

Die Untersuchung

Unklar ist, wie und wann Lyttelton und West sich begegneten. Es muss in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts gewesen sein, als sich die beiden in Oxford trafen. Beide schienen dem Christentum abgeneigt zu sein, da sie gemeinsam beschlossen unabhängig voneinander innerhalb von einem Jahr wesentliche Punkte des christlichen Glaubens zu widerlegen. West beschloss, die Auferstehung von Jesus Christus zu widerlegen, während Lyttelton die Umkehr des Apostel Paulus genaustens unter die Lupe nahm.

Ergebnis der Untersuchung

Das Vorhaben kam für beide zu einem unerwarteten Ergebnis. In einem Brief an West schrieb Lyttelton (übersetzt aus dem Englischen):

Werter Herr, in einer kürzlichen Unterhaltung, die wir über die christliche Religion hatten, habe ich Ihnen mitgeteilt, dass von all den Beweisen – der Prophezeiungen des Alten Testaments, der Verbindung zur jüdischen Religion, von den Wundern des Christus und von den Beweisen die durch die Berichte der anderen Aposteln gegeben wurden – von all diesen Beweisen halte ich nach reifer Überlegung die Bekehrung und das Apostelamt des Heiligen Paulus alleine als Beweis genug dafür, dass das Christentum eine göttliche Offenbarung ist.

Lyttelton ist nach ergiebiger Untersuchung der Sachlage zur vollkommen Überzeugung gekommen, dass die Bibel eine göttliche Offenbarung ist. Er befand die Umkehr des Saulus zum Paulus und den Dienst von Paulus alleine als Beweis ausreichend dafür und wurde Christ. Auch West kam unabhängig von Lyttelton nach seinen Forschungen zur Überzeugung, dass die Auferstehung von Jesus Christus unverfälscht und überzeugend ist.

Beide hielten ihre Untersuchung und Beobachtungen schriftlich fest. West veröffentlichte die Ergebnisse seiner Untersuchung in seinem Buch „Observations on the history and evidence of the resurrection of Jesus Christ“ (übersetzt: „Beobachtungen zur Geschichte und Beweislage der Auferstehung von Jesus Christus“). Lyttelton hingegen dokumentierte seine akribischen Recherchen in einem langen Brief an West „Observations on the Conversion and Apostleship of St. Paul“ (übersetzt: „Beobachtungen zur Bekehrung des Heiligen Paulus und dessen Apostelamts“).

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