Das Allmachtsparadoxon – Kann Gott einen so schweren Stein erschaffen, dass er ihn selbst nicht hochheben kann?

Das Allmachtsparadoxon - Ist Gott doch nicht allmächtig?

Das Allmachtsparadoxon – Ist Gott doch nicht allmächtig?

Oder hat Gottes Kraft Grenzen? Christen behaupten, dass Gott “allmächtig” ist. Heißt dass, dass er wirklich ALLES bewerkstelligen kann? Skeptiker stellen diese Ansicht oft auf die Probe, indem sie folgende Frage stellen: “Kann der allmächtige Gott einen so schweren Stein erschaffen, den er selbst nicht hochheben kann?

Ist Gott allmächtig oder nicht?

Diese Frage soll folgendes scheinbare Dilemma aufzeigen: Wenn Gott es nicht schafft einen solchen schweren Stein zu erschaffen, oder er diesen Stein, den er geschaffen hat, nicht hochheben kann, dann ist er nicht allmächtig. Dieses Problem wird in der Philosophie auch als “Allmachtsparadoxon” bezeichnet. Beweist diese scheinbare Paradoxie dass ein allmächtiges Wesen gar nicht existieren kann?

Es ist wahr, dass die Bibel Gott als allmächtiges Wesen beschreibt und oft die Sprache gebraucht, dass für Gott kein Ding “unmöglich” ist (wie in Lukas 1, 37). Gleichzeitig gibt es viele Stellen in der Bibel, bei der gewisse Verhaltensweisen und Bedingungen beschrieben werden, die für Gott “unmöglich” zu bewerkstelligen sind. Dieser scheinbare Widerspruch ist nicht erklärbar, solange man nicht die Besonderheit dieser Aktivitäten (oder Verhaltensweisen) betrachtet, die für Gott “unmöglich” sind.

Die moralische “Unmöglichkeiten”

Die Bibel weist deutlich darauf hin, dass es viele Dinge gibt, die Gott nicht tun kann. Die meisten dieser Dinge sind moralischer Natur. So ist es zum Beispiel für Gott unmöglich, zu sündigen (Jakobus 1, 13). Gemäß der Bibel handelt und verhält sich Gott immer unter Berücksichtigung bestimmter moralischen Werte. Und es ist für ihn unmöglich anders zu handeln. Unsere tief verwurzelten, moralischen Gesetze sind nicht einfach nur ein Beschluss von Gott, als ob er auch anders hätte handeln können, sondern sie sind ein Spiegelbild seiner unveränderten, moralischen Natur. Gott kann seine eigene Natur nicht missachten. Aus diesem Grund ist es für Gott unmöglich zu sündigen.

Die logischen “Unmöglichkeiten”

Die Bibel weist ebenso deutlich darauf hin, dass es eine Reihe von Dingen gibt, die Gott nicht bewerkstelligen kann, weil sie logisch notwendig sind. Beispielsweise ist es unmöglich für Gott, sich zu ändern (Maleachi 3, 6 und Jakobus 1,17) oder sich selbst zu verleugnen. Der Bibel zufolge handelt Gott immer unter Berücksichtigung bestimmter Logik und es ist für ihn unmöglich, dies nicht zu tun. Die Gesetze der Logik sind einmal mehr ein Spiegelbild von Gottes unveränderbarer Natur.

Die göttlichen Unmöglichkeiten bieten uns einen Einblick in Gottes Natur und seine Kraft. Objektive moralische Werte und transzendente Gesetze der Logik sind lediglich ein Abbild von Gottes ewigem Wesen. Dies sind keine Regeln und Gesetze, die Gott geschaffen hat und er sie deshalb ändern kann. Nein, sie sind unveränderbare, zuverlässige Qualitäten seiner Natur, die sich in diesem Universum widerspiegeln. Sie existieren, weil Gott existiert, und nicht weil Gott sie geschaffen hat. Außerdem beschreibt die Bibel Gott als omnipotent der dazu imstande ist, dass zu tun, worauf er sich festgelegt hat. Gottes Entscheidung sind jedoch immer konsistent mit seiner moralischen und logischen Natur. Er beschließt nichts zu tun, was im Gegensatz zu dem steht, wie er als Gott ist.

Fazit zur Allmachtsfrage

Wenn jemand also fragt: “Kann der allmächtige Gott einen so schweren Stein erschaffen, den er selbst nicht hochheben kann?”, dann ist diese Frage eine inkohärente, zusammenhanglose Frage. Es ist so als ob man fragen würde: “Kann Gott einen viereckigen Kreis erschaffen?”. Kreise und Vierecke schließen sich ihrer Definition nach gegenseitig aus.

Aufgrund dessen stellt diese Frage unsinnigerweise die Erschaffung von etwas gleichermaßen Unsinnigem infrage. Gott kann aus demselben Grund keine viereckigen Kreise erschaffen wie er nicht sündigen kann. Er ist zuverlässig und handelt in gewisser Hinsicht konsistent mit seiner moralischen und logischen Natur. Das von Ihm erschaffene Universum ist Nutznießer seiner verlässlichen Natur. Die, die diese inkohärente Frage stellen, fordern, dass Gott seine eigene Natur bzw. seine logische Kohärenz missachtet, um seine Kraft zu demonstrieren. Und das ist unmöglich.

Übersetzt aus dem Englischen „Are There „Limits“ to God’s Power“ von Jim Warner Wallace, coldcasechristianity.com

1 Kommentar

  1. by chantal.brado.5@facebook.com am 2. Januar 2015  14:32 Antworten

    Super Erklärung, danke!

    Vielleicht sollten dennoch mehrere Gottesprädikate genannt werden..

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)