Die Wissenschaft hat den Glauben an Gott überflüssig gemacht

Wir leben im 21. Jahrhundert. Unser Wissen hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm vergrößert. Heutzutage verstehen wir die Welt trotz ihrer Komplexität viel besser als Menschen im 5. Jahrhundert. Wir wissen mehr. Wir verstehen besser. Und wir können besser Prognosen treffen. Seit der Epoche der Aufklärung wissen wir auch, dass Gott nicht mehr unbedingt notwendig für uns Menschen ist.

Wissenschaft und Glaube - eine Widerspruch?

Wissenschaft und Glaube – eine Widerspruch?

Hat die Wissenschaft Gott verdrängt?

Der Glaube hat sich wahrscheinlich im Laufe der Evolution herauskristallisiert und somit kann man den Glauben an Gott auch wieder aufgeben. Der Gedanke an Gott und ein Leben mit sonntäglichen Gottesdiensten passt irgendwie nicht so richtig in die Selbstbestimmung und in die Freiheit von uns Menschen. Und dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse der kritisch– historischen Methode ist die Bibel absolut nicht die Offenbarung Gottes an uns Menschen. Also wozu noch an Gott glauben? Hat die Wissenschaft denn nicht schon längst alle Vorzüge oder Argumente für einen Glauben an Gott beiseite geräumt?

Oftmals, so scheint es mir der Fall zu sein, wird folgendes Bild suggeriert: Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende lang war der Glaube an einem Gott / Götter oder an höheren Wesen vollkommen normal. Doch seit der Aufklärung wird ein solcher Glaube mehr und mehr zurückgedrängt und es ist heute normal, zumindest in den westlichen Abendländer, wenn Gott als Mythos abgestempelt wird und kein Gedanke mehr daran verschwendet wird, ob dieser Mythos vielleicht doch nicht Realität sei.

In diesem Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, ob und wie die Wissenschaft den Glauben an Gott überflüssig gemacht hat oder ob hier oftmals ein falsches Bild vermittelt wird.

Glaube im Widerspruch zur Wissenschaft

Tatsache ist es, dass heutzutage in Deutschland die Wissenschaft nicht unbedingt gerade dazu beiträgt, dass Leute sich auf die Suche nach Gott machen. Wissenschaft fördert nicht unbedingt den Glauben an Gott. Doch wieso tut sie das nicht? Steht Glaube im Widerspruch zum modernen Menschen oder zur Wissenschaft? Hat die Wissenschaft den Glauben abgeschafft? Um diese Fragen beantworten zu können und zu verstehen, wie sich der Glaube zu der Wissenschaft verhält und die Beweggründe für diese Tendenz zu verstehen, muss man unterschiedliche Disziplinen der Wissenschaft betrachten. Auch ist der Blick in die Vergangenheit durchaus notwendig, um gewisse Denkmuster, Strukturen und Theorien besser zu verstehen.

Glaube und die Wissenschaftsdisziplinen

Eher unproblematisch verhält sich diese Frage bei Wissenschaftsdisziplinen, welche kaum oder gar keine Berührungspunkte mit Glauben und/ oder Gott haben. Medizin, Literaturwissenschaften, Politikwissenschaften, Sport- und Kunstwissenschaften sowie eine Vielzahl von anderen Teildisziplinen haben gar keine oder nur sehr wenige Berührungspunkte mit dem Glauben. Weder stärker noch schwächen diese Disziplinen den Glauben an Gott.

Glaube und die Naturwissenschaften

Daneben gibt es aber auch einige Disziplinen, welche zumindest den Glauben an Gott nicht fördern oder diesen faktisch abschaffen. Hier seien vor allem die Naturwissenschaften genannt. Durch die Evolutionstheorie wurde ein Modell geschaffen, welches Gott als Schöpfer der Himmel & Erde abgeschafft hat. Dieses Modell versucht zu erklären, wie das Leben mit all seiner Vielzahl auf dieser Erde entstanden ist. Es verwundert nicht, dass eine solche Theorie den Glauben an einem Schöpfer zerstört, ja sogar überflüssig macht. Eine kritische Betrachtung mit der Evolutionstheorie kann an dieser Stelle nicht stattfinden, da dies zum einen den Rahmen sprengen würde und zum anderen ein eigenständiges Thema ist. Eine kritische Auseinandersetzung zu diesem Thema finden sie an anderen Stellen dieser Seite. In vielen Bereichen der Naturwissenschaft werden Wunder, göttliches Eingreifen und Gottesoffenbarungen kategorisch ausgeschlossen. Vielmehr wird versucht, die Dinge und deren Ursprung auf natürliche Art und Weise zu erforschen.

Andere Teildisziplinen und die Bedeutung von Glauben

Es gibt aber auch Teildisziplinen, welche den Glauben an einem Gott fördern oder zumindest nicht kategorisch ausschließen. Bereiche der Philosophie, Theologie, politische Theorie oder Ethik spielen hier eine große Rolle. Aber auch im Bereich der Naturwissenschaftler gab und gibt es eine Reihe von Forschern, welche an einem Gott glauben und diesen Glauben durch ihre Arbeiten untermauert sehen. Aus diesem Grund kann man eben nicht generell davon sprechen, dass die Wissenschaft den Glauben an einem Gott überflüssig macht. Denn einige Bereiche, wie erwähnt, fördern sogar diesen Glauben, denn nur damit lassen sich Tatsachen, Phänomene oder Ereignisse erklären. Auch auf Grund der komplexen Natur mit all ihren Erscheinungsformen, des fine – tuning im Universum und nicht zu erklärende Phänomene, wie z.B. die kambrische Explosion oder nicht-reduzierbare Komplexität, führen viele Naturwissenschaftler an einen Glauben zu Gott zurück.

Gläubige Wissenschaftler

So kann man sagen, dass die Wissenschaft sicherlich nicht generell den Glauben an Gott überflüssig gemacht hat. Doch seit spätestens der Aufklärung werden immer mehr Modelle und Theorie entwickelt, welche Gottesoffenbarungen, Wunder oder die schöpferische Tätigkeit Gottes leugnen und nach Alternativen suchen. Gleichwohl gibt es noch viele und wichtige Bereiche, welche sich bis heute nicht ohne die Existenz und den Glauben an einem Gott erklären lassen. Betrachtet man berühmte Wissenschaftler wie Kepler, Einstein oder Pascal, so kann man erkennen, dass deren Glaubensüberzeugungen ihre Motivation zur Erforschung der Welt und des Universums mit all seinen Gesetzmäßigkeiten war. Ihre Arbeit als Wissenschaftler oder Forschen haben weder ihren Glauben verdrängt noch geschwächt, sondern ihre beeindruckenden Ergebnisse stärken vielmehr ihren Glauben.

1 Kommentar

  1. by Andy am 11. August 2017  13:30 Antworten

    Nicht die Wissenschaft, sondern der Mensch hat Gott Großteiles verdrängt.
    Der Glaube schränkt die Selbstbestimmung und in die Freiheit des Menschen nicht ein, sondern geben eher dasselbe. Die Selbstbestimmung zu glauben, sich Gott anzuvertrauen. Was versteht ihr sonst unter Selbstbestimmung und Freiheit ?
    Wozu noch an Gott glauben? Mich schmerzt diese Frage. Gott ist jener der uns geschaffen hat, der uns liebt, den wir vertrauen dürfen und der uns beisteht auf Erden. Den wir um Hilfe bitten dürfen. Viele Menschen rufen Gott um Hilfe an, wenn sie in Not sind. Gott sollten wir aber immer ehren und anbeten.
    Die Wissenschaft hat Gott ersetzt. Ja was wir sehen, das glauben wir auch. Aber gibt es nicht mehr als nur das Fassbare. Gott ist oft unfassbar und wir verstehen nicht immer was passiert. Das scheint suspekt. Daran ist schwer zu glauben. Der Glaube stärkt uns, gibt uns Lebensfreude, Zuversicht und Liebe.

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