Ich zweifle an Gott, weil ich von Christen enttäuscht wurde

Zweifel an Gott - Enttäuscht von Christen

Ein heikles Thema! Einerseits sind Christen auch nur Menschen. Andererseits sind sie dazu berufen vorbildlich zu leben. Jesus sagte, dass seine Nachfolger „das Salz der Erde“ und „das Licht der Welt“ sind: „… lasst eure guten Taten leuchten vor den Menschen, damit alle sie sehen können und euren Vater im Himmel dafür rühmen“ (Matthäus 5)

Gottes Wille ist ein vorbildliches Verhalten

Gottes Wunsch ist also, dass Christen ein Leben führen, das vorbildlich ist und anderen Menschen ein gutes Beispiel ist. Ideal ist es also, wenn Christen durch ihr Verhalten keine Enttäuschung bei anderen auslösen. Klar ist aber auch, dass man es nicht jedem Recht machen kann. Christen, die für ihren Glauben und ihre Überzeugungen einstehen, stoßen nicht immer auf Akzeptanz. Verschiedene Ansichten gibt es in jeder Lebenslage. Darauf gehen wir also nicht weiter ein.

Die Frage ist: Wie kann es sein, dass es immer wieder vorkommt, dass man von Menschen enttäuscht wird, die sich Christen nennen und sich völlig falsch, und auch gegen den Willen Gottes, verhalten? Sicherlich gibt es bei jedem Menschen schwache Seiten, wodurch er gelegentlich einen Fehler macht. Aber viele sehen das ein, bereuen das und entschuldigen sich gegebenenfalls dafür. Aber was ist mit dem Verhalten, das einfach nicht mit den Grundsätzen des christlichen Glaubens übereinstimmt?

Wie kann es sein, dass in manchen Kreisen der sexuelle Missbrauch von Kindern eine große Rolle spielt, obwohl man sich als Gemeinschaft von Christen ausgibt? Wieso passiert es immer wieder,  dass sich angebliche Wunderheiler als Betrüger und Lügner entpuppen? Wie lässt sich erklären, dass es zu finanziellem Betrug in Kirchen und Gemeinden kommt? Es gibt viele weitere Beispiele, in denen klar wird, dass es Menschen gibt, die anscheinend machen, was sie wollen und sich trotzdem Christen nennen.

Warum gibt es so etwas unter Christen?

Enttäuschungen durch Menschen, denen man vertraut und die sich als Christen ausgeben, können sehr wehtun und Zweifel an Gott hervorrufen. Solche Situationen sind eine günstige Gelegenheit für den Teufel, unseren Glauben in Frage zu stellen. Doch wir müssen immer hinterfragen, woher dieses Verhalten der Personen kommt und ob wir es zulassen, dass solch ein Verhalten unseren Glauben an Gott beeinflusst. Sind Menschen, die sich völlig im Gegensatz zu Gottes Wort verhalten, wirklich als Christen ernst zu nehmen? Schauen wir einmal in der Bibel, was Gottes Wort dazu sagt:

Ein gesunder Baum trägt gute Früchte, ein kranker Baum dagegen schlechte. An einem guten Baum wachsen keine schlechten Früchte, ebenso wenig wie ein kranker Baum gesunde Früchte hervorbringt. Deshalb wird jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, umgehauen und ins Feuer geworfen. Nicht alle Menschen, die sich fromm gebärden, glauben an Gott. Auch wenn sie `Herr´ zu mir sagen, heißt das noch lange nicht, dass sie ins Himmelreich kommen. Entscheidend ist, ob sie meinem Vater im Himmel gehorchen. Am Tag des Gerichts werden viele zu mir kommen und sagen: `Herr, Herr, wir haben in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht.´ Doch ich werde ihnen antworten: `Ich habe euch nie gekannt. Fort mit euch. Was ihr getan habt, habt ihr gegen das Gesetz getan.´Matthäus 7, 17-23, NLB
Wenn dagegen der Heilige Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Nichts davon steht im Widerspruch zum Gesetz. Diejenigen, die zu Christus Jesus gehören, haben die Leidenschaften und Begierden ihrer sündigen Natur an sein Kreuz geschlagen. Wenn wir jetzt durch den Heiligen Geist leben, dann sollten wir auch alle Bereiche unseres Lebens von ihm bestimmen lassen. Lasst uns darauf achten, dass wir nicht stolz werden und uns gegenseitig verärgern oder beneiden.Galater 5, 22-26; NLB

Die Worte von Jesus und Paulus sind deutlich und klar. Ob jemand ein wirklich wiedergeborener Christ ist, erkennt man an den Früchten seines Handelns, an seinem Leben also. Wie dieses Leben aussieht, wird durch die Bibel klar. Und Gott sei Dank, es gibt einige Menschen, die gute Frucht in ihrem Leben hervorbringen. Gott lässt es zu, dass es auch falsche Christen gibt. Einen Grund dafür nennt uns Paulus beispielsweise in Bezug auf Irrlehrer im 1. Korintherbrief:

Denn es müssen ja Spaltungen unter euch sein, damit die Rechtschaffenen unter euch offenbar werden.1. Korinther 11, 19; LUT

Viele Menschen, die sich dem Christentum anschließen, sind sich oft nicht bewusst, dass es nicht ausreicht Mitglied einer Glaubensgemeinschaft zu sein. Wir haben schon oben gelesen, dass es auf das Leben und die Früchte des Geistes ankommt. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass wir alle unsere Schwachpunkte haben und Gottes Gnade und Barmherzigkeit benötigen:

Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.Römer 3, 10; LUT

Ohne echte Veränderung geht es nicht

Auch die Jünger mussten eine noch tiefere Veränderung an Pfingsten erleben, obwohl sie schon Jahre lang mit Jesus unterwegs waren und sogar Wunder für Gott vollbrachten. Man denke auch an Paulus, der als Pharisäer theologisch exzellent gebildet war und dennoch meilenweit von einem Gott gefälligen Wandel entfernt war. Alles was er in seiner Religiosität hervorbrachte, nannte er später „Kot“ (Philipper 3). Auf Grund dieser Beispiele von Paulus und den Jüngern sehen wir, dass es auch vorkommt, dass sich Menschen falsch verhalten, die Gott später noch benutzt, nachdem sie sich verändert haben. Aber dafür muss es zu einer echten Umkehr kommen. Wenn wir jedoch auf Menschen treffen, die sich nicht von Gott bekehren lassen möchten und wirklich schlechte geistliche Frucht bringen, sollten wir Paulus‘ Rat folgen und uns von ihnen abwenden:

Denn die Menschen werden nur sich selbst und ihr Geld lieben. Sie werden stolz und eingebildet sein, Gott verachten und ihren Eltern ungehorsam und undankbar begegnen. Nichts wird ihnen heilig sein. Sie werden lieblos sein und zur Vergebung nicht bereit; sie werden andere verleumden und keine Selbstbeherrschung kennen; sie werden grausam sein und vom Guten nichts wissen wollen. Ihre Freunde werden sie verraten, leichtsinnig handeln, sich aufspielen und ihr Vergnügen mehr lieben als Gott. Sie werden so tun, als seien sie fromm, doch die Kraft Gottes, die sie verändern könnte, werden sie ablehnen. Von solchen Leuten halte dich fern!2. Timotheus 3, 2-5; NLB

Fazit

Auch Christen, die Jesus aufrichtig folgen, machen Fehler. Wir müssen immer daran denken, dass wir alle Menschen sind. Aber wir müssen auch darauf achten, ob es jemand wirklich aufrichtig mit Gott meint, oder ob sein Wandel mit Gott nur geheuchelt ist. Insbesondere wenn ein Mensch im Leben anderer Menschen großen Schaden anrichtet ohne das zu bereuen. Jesus spricht von Wölfen im Schafspelz. Solche Menschen sind nicht der Maßstab für Gott. Im Gegenteil: Jesus wird zu Ihnen sagen: „Ich habe euch nie gekannt. Fort mit euch“. Menschen, die Jesus von sich wegschicken wird, obwohl sie sich Christen nennen, sollten unseren Glauben an Gott nicht beeinträchtigen. Ein Christ ist man nicht dem äußeren Anschein nach, sondern durch eine Beziehung zu Gott, die gute Frucht hervor bringt.

2 Kommentare

  1. by Johannes Wagner am 17. Dezember 2014  0:31 Antworten

    Hallo,
    seit vielen Jahren diskutiere ich mit einigen wenigen, nicht nur unseren eigenen und die aktuelle Lage in der Welt, sondern genau das von Euch angesprochene Thema. Wie können wir als Christen der Sache, dem Auftrag gerecht werden,Gott vollkommen zu lieben und in der Bruderliebe, so wie es Jesus meint und lehrt. Durch unser Vorbild den Menschen ein anderes Bild vermitteln von Jesus Christus und seiner Gemeinde wie es heute gang und gäbe ist. Ohne Streben nach Heiligkeit und Vollkommenheit und andere auch in Seinem göttlichem Aussendungsbefehl zu heilen, ist dieses Umsetzten der Nachfolge so gut wie chancenlos. Wir müssten zur Urgemeinde zurückkehren an die Anfänge der ersten beiden Jahrhunderte bis Kaiser Konstantin auftauchte, aber wie ? Liebe Grüße, Johannes

  2. by Gast am 8. Februar 2015  13:01 Antworten

    Vermutlich hängt es damit zusammen das viele Christen nicht mehr in der Bibel lesen, sondern eigene Lehren entwerfen.
    Heutzutage gibt es eine Menge Lehrer, aber ich glaube in Wirklichkeit geht es nur darum in der Liebe Gottes zu leben und diese auch weiterzugeben.
    Im neuen Testament, (wie schon o. beschrieben), besonders in den Briefen der Apostel stehen viele wichtige Dinge, was das Zusammenleben der Christen betrifft. So etwas findet man nur noch höchst selten, aber Gott lässt seine Kinder niemals im Stich. Er hilft Ihnen, auch wenn Sie keine Gemeine finden.

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