Ist das Alte Testament wahr? Beweismaterial aus der Archäologie

Beweismaterial für das Alte Testament

Beweismaterial für das Alte Testament

Wahrheit oder Fiktion? Ist das Alte Testament als Teil der Bibel historisch zuverlässig oder sind die aufgeschriebenen Geschichten nichts anderes als Legenden, vielleicht nur von Menschen erfundene Geschichten? Wie sieht das Beweismaterial aus archäologischen Ausgrabungen aus?

Ist das Alte Testament zuverlässig?

Ähnlich eines juristischen Prozesses möchten wir in einer kleinen Serie von Artikeln die Zuverlässigkeit des Alten Testaments untersuchen. Dabei sollen Augenzeugenberichte aus der Zeit des Alten Testaments mit den historischen Funden der letzten Jahrhunderte verglichen werden. Es geht nicht darum, jede einzelne Aussage von Menschen aus der Bibel historisch nachzuweisen, sondern nach Schnittstellen der Archäologie zu den Aussagen der Bibel zu suchen.

Die Autoren der Bibel, vor allem des Alten Testaments, treffen eine Vielzahl von Aussagen. Viele dieser Behauptungen werden von archäologischen Funden untermauert. Zwar ist die Archäologie bekanntermaßen unvollständig, aber sie bietet uns viele Nachweise und Unterstützungen zu den Augenzeugenberichten der biblischen Schreiber. Nachfolgend seien nur einige Beispiele der beeindruckenden Funde aus der Zeit des Alten Testaments genannt.

Personen und Orte des Alten Testaments

Kritiker des Alten Testaments argumentierten gegen die historische Zuverlässigkeit der Bücher Mose und bezweifelten die Authentizität vieler Geschichten aus dem Buch Genesis (erstes Buch Mose). Einige dieser Kritiker verwerfen Mose als Verfasser dieses Buches. Zweifel hegen sich vor allem an der tatsächlichen Existenz zahlreicher Personen und Städten, die in diesem Buch genannt werden, und an der Fähigkeit der Autoren die wichtigen historischen Ereignisse nieder zu schreiben.

Tontafel aus Ebla, Syrien

Tontafel aus Ebla, Syrien

Italienische Archäologen entdeckten in den 70er Jahren über 20.000 Keilschrift-Tontafeln im Palast der antiken Stadt Ebla, im heutigen Syrien gelegen. Die Tontafeln konnten auf die Zeit 2400 – 2300 vor Christus zurückdatiert werden. Dieses riesige Archiv bestätigte eine Vielzahl von Personen und Orte, die im Alten Testament beschrieben sind.

Terminus im Alten Testament

Über Jahre hinweg glaubten Kritiker, dass der Name “Kanaan” fälschlicherweise in den frühen Büchern der Bibel verwendet wurde. Sie bezweifelten, dass der Name zu dieser Zeit in der Geschichte überhaupt verwendet wurde und vermuteten ein späteres Ändern der Schriften beziehungsweise sahen Kritiker darin den Beweis einer späteren Urheberschaft. Auf den Tontafeln des Archivs aus Ebla wurde hingegen die Bezeichnung “Kanaan” gefunden. Dieser Begriff wurde tatsächlich im historischen Syrien zur Zeit des Alten Testaments, in der es geschrieben wurde, verwendet.

Ebenfalls umstritten war das Wort “Tehom” (die “Tiefe”), verwendet im ersten Buch Mose Kapitel 1, Vers 2. Bibelkritiker unterstellten hier ebenfalls ein späteres Einfügen des Wortes und glaubten den Beweis dafür erbracht zu haben, dass das erste Buch Mose viel später geschrieben wurde. Jedoch war dieses Wort der Kultur zu Zeiten Mose geläufig, da es ebenfalls in den Vokabeln der Tontafeln aus Ebla verwendet wurde. Ein Wort welches ca. 800 Jahre vor Mose bereits verwendet wurde. Vielmehr ist den Tontafeln aus Ebla ein Schöpfungsbericht enthalten, der dem Bericht aus dem Buch Genesis bewundernswert ähnlich ist. Darüber hinaus wurden die Städte Sodom und Gomorra, von denen angenommen wurde, dass sie eine Erfindung wären, in den Ebla-Schriften identifiziert, ebenso wie die Stadt Haran. Die zuletzt genannte Stadt wird im Buch Genesis als die Heimatstadt von Abram’s Vater Terah genannt. Vor diesen Funden bezweifelten Bibelkritiker die Existenz dieser antiken Stadt. Die Entdeckungen von Ebla bestätigten die Standorte mehrerer antiker Städte und untermauerten die Verwendung zahlreicher Begriffe und Namen. Sie bekräftigten ebenfalls, dass einfache Leute aus der Bibel dazu imstande waren sich auszudrücken und gewissenhaft historische Ereignisse zu dokumentieren.

Die Hethiter

Bei archäologischen Ausgrabungen in den Städten Nuzi, Mari und Bogazköy wurden ebenfalls Tontafeln entdeckt, die die Historizität und die kulturellen Bräuche der Patriarchen untermauerten. Diese Tontafeln bestätigten die tatsächliche Existenz der Hethiter, einem kleinasiatischen Volk des Altertums. Diese Funde nannten einen antiken König der im Besitz eines unfassbar großen Reichtums war. Viele Skeptiker bezweifelten ob ein solcher Reichtum historisch überhaupt möglich war. Sie behaupteten, dass die Geschichte von König Salomo eine Übertreibung wäre. Jedoch statuierte dieser Fund ein Exempel eines solch immensen Reichtums. Aus diesem Grund wird Salomos Wohlstand heutzutage als vollständig glaubhaft angesehen.

Der assyrische König Sargon

Sargon, der im Buch Jesaja Kapitel 20, Vers 1 genannt wird, war bis vor den archäologischen Funden nur durch die Schriften des Alten Testaments bekannt. Die tatsächliche Existenz dieser biblischen Person konnte bestätigt werden, als im 19ten Jahrhundert der Palast vom König Sargon II, in Khorsabad, dem heutigen Irak, ausgegraben wurde. Noch wichtiger: die Eroberung von Aschdod durch Sargon, beschrieben im 20. Kapitel des Buches Jesaja, waren in den Mauern des Palastes aufgezeichnet. Diese Funde untermauern die dokumentierte Geschichte des Alten Testaments. Fragmente einer Stele (ein beschrifteter Pfeiler aus Stein) wurden ebenfalls in Khorsabad gefunden. Der Pfeiler ist ein Denkmal und seine Beschriftung dokumentiert den Sieg von Sargon über Aschdod.

Der babylonische König Belsazar

Nabonid-Zylinder, © Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons

Belsazar war ein babylonischer König, was von Bibelkritikern hingegen bezweifelt wurde. Belsazar wird im Buch Daniel in Kapitel 5 genannt. Laut außerbiblischer historischer Aufzeichnungen war aber Nabonid der letzte König von Babylon. Jedoch wurde mit dem gefundenen Nabonid-Zylinder das Geheimnis um Belsazar gelüftet. Darin wird Belsazar als Nabonid’s Sohn und seinen Dienst als Mitregent in Babylon beschrieben. Wenn das der Fall gewesen ist, so hatte Belsazar auch die Autorität Daniel als “Dritten Herrscher in seinem Königreich” (aus Daniel 5, 16) einzusetzen, wenn er die Schrift Gottes, die der König gesehen hatte, zu deuten vermag. Das war die höchstmögliche Position für Daniel im Königreich von Babylon. Wieder einmal sehen wir die historische Zuverlässigkeit der biblischen Aufzeichnungen, die von der Archäologie bestätigt wurden.

Oberkämmerer Nebo-Sarsekim

Aber nicht nur wohlbekannte Personen und Könige wurden über die letzten Jahre hinweg von Archäologen bestätigt. Es gibt weitere tausende, weniger bekannte und relativ unbedeutende Charaktere der Bibel, die man leicht übersehen kann, wenn die Archäologie sie nicht bestätigen würde. Eine solche Person ist Nebo-Sarsekim. Nebo-Sarsekim wird im Buch Jeremia im 39. Kapitel genannt. Gemäß Jeremia war dieser Mann Oberkämmerer von Nebukadnezar dem Zweiten. Er war bei der Belagerung von Jerusalem ca. 587 v. Chr. dabei, als die Babylonier die Stadt überrannten. Viele Skeptiker bezweifelten dies. Im Juli 2007, entdeckte Michael Jursa, Professor für Assyriologie der Universität Wien, auf einer assyrischen Keilschrifttafel den Namen Nebo-Sarsekim (Nabu-sharrussu-ukin). Diese Tafel wurde als Quittung an Nebo-Sarsekim ausgestellt für die Bezahlung von 0,75 Kilogramm Gold an den Tempel in Babylon. Sie beschreibt außerdem Nebo-Sarsekim als den Haupteunuchen von König Nebukadnezar II., König von Babylon. Diese Tafel ist datiert auf das zehnte Regierungsjahr von Nebukadnezar im Jahr 595 v. Chr. Ein weiterer Hinweis auf die korrekten Datierungen sowie Aufzeichnungen des Alten Testaments.

Der Wiederaufbau der Jerusalemer Mauer durch Nehemia

Skeptische Historiker bezweifelten einst die Historizität von Nehemia’s Bericht über die Instandsetzung von Jerusalem, die im Buch Nehemia zu finden ist. Nehemia lebte zu der Zeit als Judäa eine Provinz des persischen Reiches war. Er kam als Statthalter im Jahr 445 v. Chr. nach Jerusalem. Mit der Erlaubnis des persischen Königs entschloss er sich die Stadt wieder aufzubauen, die ein Jahrhundert zuvor, im Jahr 586 v. Chr., durch die Babylonier mit der Vernichtung des ersten Tempels zerstört wurde. Das Buch Nehemia berichtet uns von einer kompletten Fertigstellung der Mauer in nur 52 Tagen. Dieser Bericht wurde von vielen Historikern angezweifelt und für falsch befunden, da die Mauer an sich nie aufgefunden wurde. Jedoch wurden im November 2007 die Überbleibsel der Mauer bei einer archäologischen Ausgrabung im Stadtteil “Stadt Davids” von Jerusalem gefunden. Dieser Fund bestärkt die gleichzeitigen Behauptungen, dass der Palast von König David am selben Ort gefunden wurde. Experten heutzutage sind der einstimmigen Meinung, dass die ursprüngliche Mauer Jerusalems sowie der Palast von König David entdeckt wurden. Weiteres Beweismaterial für die Bestätigung des Alten Testaments.

Fazit

Archäologie ist eine sich stets entwickelnde Disziplin, die mit jeder neuen Entdeckung neue Einblicke in die Vergangenheit gibt. Viele dieser Funde sind auf der Website der Biblical Archaeological Society und ähnlichen Quellen beschrieben. Die Behauptungen des Juden- und Christentums sind mehr als nur sprichwörtliche Erkenntnisse. Sie sind Behauptungen über die historische Vergangenheit. Und solche können entweder bestätigt oder widerlegt werden. Archäologie ist nur ein Weg, wie wir die Aussagen des Alten und Neuen Testaments der Bibel überprüfen können. Diese wissenschaftliche Disziplin stellt immer wieder neues Beweismaterial fest, die die Aussagen der Bibel bekräftigen.

Übersetzt aus dem Englischen „A Brief Sample of Old Testament Archaelogical Corroboration“ von Jim Warner Wallace, coldcasechristianity.com

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