Kann ich durch meine ehrliche Arbeit in den Himmel kommen?

Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Viele Wege führen nach Rom.“ Wir wissen alle, was damit gemeint ist. Es gibt nicht nur einen Weg um das Ziel zu erreichen, sondern es gibt viele verschiedene Weg, welche alle zum Ziel führen. Natürlich mag vielleicht der ein oder andere Weg etwas länger oder schwieriger sein, oder manch ein Weg macht einen kleinen Umweg zwischendurch. Aber schlussendlich führt jeder Weg zum eigentlichen Ziel, oder?

ist ehrlich sein, ein Weg um in den Himmel zu kommen?

Ist ehrlich sein, ein Weg um in den Himmel zu kommen?

Führen alle Religionen zu einem Ziel?

Auf die verschiedenen Glaubens – und Religionsgemeinschaften übertragen bedeutet dies dass trotz aller unterschiedlichen Meinungen, Ansichten, Traditionen, heiligen Büchern, Gottesvorstellungen usw. letztendlich alle Wege zudem gleichen Ziel hinführen und es daher eigentlich egal ist, welchen Weg der einzelne Mensch auf dieser Erde geht.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Die Bibel – Johannes, Kapitel 15, 6)
 Da erscheint uns doch die Aussage Jesu im Johannesevangelium „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Kapitel 15, 6) doch sehr widersprüchlich und engstirnig im Vergleich zu der Auffassung alle Wege führen nach Rom. Jesus behauptet hier nämlich gerade das Gegenteil. Er sagt, dass es eben nur einen Weg zum Vater in den Himmeln gibt – und nicht eine ganze Reihe von Wegen. Und als Höhepunkt dieser Aussage behauptet Jesus noch dass er, und zwar nur er allein, dieser Weg zum Vater ist.

Was für eine Behauptung. Doch stimmt denn diese Aussage von Jesus? Und wie kommt eigentlich Jesus darauf dass ausgerechnet er dieser Weg zu Gott in den Himmeln ist? Wieso nicht Yoga oder der Hinduismus oder die Vielgötterei oder ein Leben in Askese oder warum kann nicht einfach jeder Mensch durch seine eigenen Anstrengungen und Werke in den Himmel gelangen?

Ein gutes Leben

Kann ich durch meine ehrliche Arbeit in den Himmel kommen?
An dieser Stelle möchte ich speziell auf unsere Ausgangsfrage („Kann ich durch meine ehrliche Arbeit in den Himmel kommen?“) näher eingehen. Es gibt sehr viele Menschen, welche mir persönlich in Gesprächen erklärten, dass sie versuchen ein gutes Leben zu führen, sich sittsam zu verhalten, anständig zu sein, sich um ihren Ehepartner liebevoll zu kümmern und dann letztendlich nach ihrem Tod zu hoffen, dass Gott (oder eben ein höheres Wesen) ihnen nicht den Zugang zum Paradies verwehren wird, da Gott ja ihre Mühen, ihren Fleiß und ihre Anstrengungen gesehen hat um gut zu leben. Sie hoffen darauf dass all ihre Werke ausreichen werden um in den Himmel zu kommen und dass Gott über das ein oder andere böse Wort hinwegsehen wird. Dies ist eine Vorstellung, welche in unserem Land sehr weit verbreitet und etabliert ist.

Der Weg in den Himmel

Doch bevor wir einige Überlegungen anstellen, ob wir durch unsere ehrliche Arbeit in den Himmel kommen möchte ich zunächst einmal den Gedanken oder die Absicht „in den Himmel zu kommen“ etwas näher untersuchen. Wie ich bereits erwähnt habe, hoffen sehr viele Menschen darauf, irgendwie nach ihrem Tod in den Himmel zu kommen. An dieser Stelle muss uns klar sein, wenn es die Hoffnung auf den Himmel gibt so muss es auch konsequenterweise einen anderen Ort als den Himmel geben, wohin Menschen nach ihrem Tod ebenfalls gelangen können. Diesen Ort nennt die Bibel Hölle.

Ich denke, dass die meisten Menschen hierzulande mit diesem Wort „Hölle“ etwas anfangen können auch wenn die Vorstellungen doch oft sehr weit auseinander gehen. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen: Wenn nach dem Tod jeder Mensch in den Himmel gelangen würde, dann wäre es erstens egal, wie man hier auf Erden lebt, zweitens gäbe es keine Hoffnung in den Himmel zu kommen.

Die Hoffnung auf das große Los

Ich will dies kurz an einem Beispiel erläutern. Ein Mensch, der Lotto spielt, hofft jede Woche endlich den Jackpot zu knacken. Dieser Mensch hat die Hoffnung aber nur deshalb, weil die Möglichkeit des Gegenteils, also nicht den Jackpot zu knacken, ebenfalls besteht. Angenommen, kein Mensch könnte jemals überhaupt einen Lotto Jackpot knacken oder jeder Lottospieler würde immer ständig den Jackpot gewinnen, so würde die Hoffnung, den Jackpot endlich zu knacken, nicht existieren, weil bei der ersten Annahme es unmöglich wäre, den Jackpot zu gewinnen und bei der zweiten Annahme das Resultat (den Jackpot zu gewinnen) von vornherein feststehen würde. Also gäbe es keine Hoffnung auf den großen Gewinn.

Und so verhält es sich auch mit der Annahme, nach dem Tod in den Himmel zu kommen. Gäbe es gar keinen Himmel oder würde jeder Mensch ohne Wenn und Aber nach dem Tod in den Himmel gelangen würde eine solche Hoffnung gar nicht erst existieren. Als Quintessenz lässt sich aus diesen Überlegungen ziehen, dass der Himmel oder die Hölle der Ort ist, an welchem wir Menschen nach unserem Tod  weiterleben werden.

Den Himmel durch ehrliche Arbeit verdienen

Aus unserer Ausgangsfrage und aus den vielen Gesprächen mit Menschen lässt sich erkennen, dass doch jeder von uns gern nach dem Tod nicht in die Hölle sondern in den Himmel kommen möchte. Nur wie geht das? Was muss ich dafür tun bzw. kann ich überhaupt etwas tun? Kann ich denn beeinflussen wohin ich gelange? Diese Fragen drängen sich förmlich auf wenn man über dieses Thema ein wenig nachdenkt. So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind eben auch die Auffassungen wie man in den Himmel kommen kann.

Im Folgenden wollen wir diesbezüglich untersuchen ob man durch „seine ehrliche Arbeit“ in den Himmel kommen kann. Zunächst einmal möchte ich definieren, was man unter dem Begriff „ehrliche Arbeit“ versteht. Unter diesem Begriff möchte ich folgendes zusammenfassen: Die Tatsache, einer Arbeit nachzugehen, diese nach bestem Wissen und Gewissen auszuführen, niemanden dabei über den Tisch ziehen. Weiterhin umfasst dieser Begriff ein geregeltes Leben zu führen ohne kriminellen Machenschaften, hilfsbereit zu sein, Zeit und Kosten nicht zu scheuen um Menschen zu helfen bzw. zu unterstützen und nichts mit bösen Absichten oder schlechten Hintergedanken zu tun. All dies soll sich im Folgenden unter dem Begriff „ehrliche Arbeit“ verbergen.

Was ungewiss ist

Nun denken viele Menschen, wenn sie nur bestmöglich leben und all die genannten Eigenschaften besitzen, dann sollten sie doch sicherlich in den Himmel kommen. Und so mühen sich viele Menschen ihr Leben lang ab und bleiben dennoch in der Ungewissheit, ob ihre Bemühungen ausreichend war oder ob es vielleicht doch nicht ein böses Erwachen gibt. Dass wir als Menschen versuchen, ein sittliches Leben zu führen in Hingabe und Aufopferung zu anderen Menschen, unseren täglichen Arbeiten ehrlich nachgehen, mit allen Anstrengungen in Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu leben und dabei nichts Böses tun, ist ein Ziel, welches sicherlich sehr erstrebenswert ist und welches auch kein Widerspruch zu der Bibel oder zu der Lehre Jesu ist.

Der einzige Weg zum Himmel

Der gravierende Unterschied zu den oben zitierten Worten Jesu besteht allerdings darin, dass ein solches Leben zwar gut und erstrebenswert ist, aber trotzdem kein Weg in den Himmel darstellt. Nach der Aussage Jesu kann der Mensch nichts tun um nach seinem Tod bei Gott zu wohnen –  der einzige Weg zum Himmel ist Jesus selbst. Doch weshalb und warum ist dies so? Irrt sich da nicht Jesus? Denn ehrlich gesagt stellt diese Aussage Jesu sicherlich eine Provokation für alle Menschen dar, welche durch Anstrengungen und Mühen, durch Fasten und Askese, durch Yoga und gute Taten versuchen in den Himmel zu kommen.

Was ist der Maßstab für ein gutes Leben?

Im Folgenden möchte ich nun die Aussage Jesu etwas näher beleuchten damit wir verstehen weshalb Jesus eine so provokante und zugleich glasklare Aussage treffen kann. Viele Menschen würden mir zustimmen, wenn ich Gott als das vollkommenste und heiligste Wesen beschreiben würde. Heiligkeit bedeutet in der Bibel auch immer die Abwesenheit oder nicht – Existenz von Sünde. Daher ist Gott vollkommen gut. Das bedeutet dass Gott weder gesündigt hat, noch sündigt oder sündigen wird. Auch kann das Böse in der Gegenwart, also um Gott herum, nicht sein da er vollkommen gut ist. Ganz anders schaut es jedoch bei uns Menschen aus.

Ich gebe zu, dass sehr viele  Menschen versuchen ein gutes Leben zu führen und auch überzeugt sind, dass ihnen dies gelingt. Jedoch messen sie ihr gutes Leben an ihren eigenen Maßstäben und nicht an Gottes Maßstäben. Die Maßstäbe Gottes sind um so viel höher, dass es für niemanden möglich wäre, diese Maßstäbe immer einzuhalten und nie zu brechen. Doch was passiert, wenn wir als Menschen Gottes Gebote brechen? Hier unterscheiden sich grundlegend zwei Meinungen voneinander.

Die einen meinen, wenn wir in Gottes Augen böse Taten vollbracht haben, dann müssen wir eben noch mehr gute Werke in unserem Leben tun, so dass die guten Taten die bösen Taten überwiegen. Man stelle sich eine Waage mit zwei Waagschalen vor. Auf die linke Seite kommen all die guten Taten am Ende eines jeden Menschen, auf die rechte Seite all die schlechten Taten. Wenn die linke Seite schwerer ist, also die guten Taten überwiegen, dann kommt dieser Mensch in den Himmel.

Gute Werke aus Sicht der Bibel

Dies ist eine Vorstellung, welche in vielen anderen Religionen und Glaubensgemeinschaften zum Vorschein kommt. Die Bibel spricht allerdings eine ganz andere Sprache. Die Vorstellung, die guten Werke gleichen am Ende des Lebens die bösen Werke aus, ist der Bibel und Jesus völlig fremd. Vielmehr sagt die Bibel, dass ein schlechtes Werk, eine böse Tat, ein übles Wort sofort dazu führt, dass dieser Mensch nie mehr in die Gegenwart mit Gott kommen kann. Sobald ein Mensch eine Sünde begangen hat ist es unmöglich, dass dieser Mensch in eine Gemeinschaft mit Gott gelangen kann.

Der Grund liegt nicht etwa in der Böswilligkeit Gottes sondern vielmehr in seiner Heiligkeit. Es ist ihm auf Grund seiner Heiligkeit unmöglich, selbst wenn er es wolle, mit einem solchen Menschen jemals wieder in einer Gemeinschaft zu leben bzw. dass ein solcher Mensch nach seinem Tod bei ihm im Himmel leben kann. Gott kann auch nicht einfach über diese Schuld hinweg sehen und so tun, als nichts wäre. Dies wäre weder gerecht noch ehrlich.

Auf der Anklagebank

Stellen wir uns einen Gerichtssaal vor. Auf der Anklagebank sitzt der ehemalige Bürgermeister der Stadt. Die Anklage lautet Erpressung. Der ehemalige Bürgermeister bedauert während des ganzen Prozesses immer wieder seine Tat. Es tue ihm Leid und er werde so etwas nie wieder machen. Zu seiner Rechtfertigung erzählt er noch, dass er nur deshalb seinen Nachbarn erpresst habe, da er dringend Geld für eine Therapie seiner kranken Frau brauchte. Er habe also ja nicht aus Willkür seinen Nachbarn erpresst. Auch gibt er immer wieder zu bedenken, dass er als regierender Bürgermeister nur das Beste für die Stadt getan habe und so einen entscheidenden Beitrag zur positiven Entwicklung der Stadt beigetragen habe.

Würden Sie es gerecht finden, wenn der Richter den Angeklagten freisprechen würde, nur weil er mehr gute als schlechte Taten getan hat? Oder würden Sie mir nicht zustimmen, wenn ich sage, egal wieviel Gutes der Angeklagte für seine Bürger getan hat, seine schlechte Tat (Erpressung) muss bestraft werden? Und was würden Sie sagen, wenn die Richter den Angeklagten freisprechen würden auf Grund der Tatsache, dass die Richter einfach über die Erpressung hinweg sehen würden? Wäre das gerecht?

Das gerechte Urteil

Dieses fiktive Beispiel soll veranschaulichen, weshalb Gott jeden Menschen, da jeder Mensch Sünder ist, verurteilen muss und weshalb kein Mensch durch gute Werke seine schlechten Taten ausbügeln kann. Da aber Gott trotz alle unseren Fehlern jeden Menschen liebt, hat er sich einen einmaligen Plan ausgedacht. Gott selbst hat sich für unsere Schuld bestrafen lassen. In der Person Jesu wurde Gott Mensch und trug am Kreuz auf Golgatha die Schuld jedes einzelnen Menschen. Aus diesem Grund, und eben nur aus diesem Grund, kann Jesus sagen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“