Kann man an Gott glauben auch ohne in die Kirche zu gehen?

An Gott glauben ohne die Kirche zu besuchen?

An Gott glauben ohne die Kirche zu besuchen?

Viele Menschen, mit denen ich mich über Gott, die Bibel und das Christentum unterhalten habe, verbinden den Glauben an Gott mit einer Reihe von Geboten und Verboten, von Traditionen und Bräuchen. In ihrer Vorstellung ist der Glaube an den Gott der Bibel und an Jesus Christus eng verbunden mit Vorstellungen wie „Du darfst nicht…“ „Du sollst nicht…“ „Du musst aber…“ usw. In dieses Bild passt sehr gut die vorherrschende Meinung, dass der Glaube an Gott dazu verpflichtet, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. Diese weit verbreitete Annahme wollen wir in diesem Artikel genauer betrachten und uns hierbei die Frage stellen, ob man auch ohne in die Kirche zu gehen an Gott glauben kann.

Was bedeutet Glauben an Gott?

Zunächst einmal sollte man sich im klaren darüber sein, was eigentlich „an Gott glauben“ bedeutet. Sehr viele Menschen behaupten heutzutage an Gott zu glauben – doch was versteht man darunter und was bedeutet es, wenn die Bibel von Glauben an Gott spricht?

Das Wort „glauben“ kann man nun zunächst einmal ganz schlicht und einfach mit „für wahr halten“ übersetzen. Nach dieser ersten und sehr einfachen Definition ist der Glaube an Gott nicht mehr als ein für wahr halten, dass Gott existiert. Ich bin überzeugt, dass viele Menschen die Existenz Gottes nicht leugnen und daran fest glauben. Auch die Bibel berichtet uns davon, dass selbst Dämonen, also gefallene Engel, daran glauben, dass nur ein Gott existiert ( Jakobusbrief 2, 19 ). Demnach ist es wohl sehr leicht, auch ohne in die Kirche zu gehen an Gott zu glauben.

Viele, viele Menschen glauben nach dieser Definition an Gott und gehen weder in die Kirche, noch lesen sie die Bibel oder gehen in Bibelkreise. Man muss sicherlich nicht an einen besonderen Ort oder in die Kirche gehen oder ein bestimmtes Ritual oder einen besonderen Brauch machen, um die Existenz des einen Gottes für wahr zu halten. Doch ein solcher Glaube ist nicht mehr als die bloße Anerkennung des Wesens Gottes und hat wohl kaum oder gar keine Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Ein solcher Glaube ist oft sehr oberflächlich und schwammig, denn Menschen, welche die Existenz Gottes für wahr halten wissen leider oft nichts über das Wesen Gottes an sich oder über seine Vorstellungen und Pläne für uns Menschen.

Glaube an Gott im weiteren Sinne

Wir wollen nun in einem weiteren Gedankenschritt diese Definition von „glauben“ erweitern. Hierzu wollen wir betrachten, was die Bibel unter dem Begriff „an Gott glauben“ versteht. Die Bibel, das Wort Gottes, meint, wenn sie von Glaube spricht i.d.R. sehr viel mehr als nur die Existenz Gottes für wahr halten. Nur allein diese Tatsache würde keinem Menschen nützen. Nur diese Tatsache allein würde nie genügen, dass Menschen errettet werden, d.h. nach dem Tod ewig bei Gott leben können. Nur diese Tatsache allein würde uns Menschen nicht zu Christen, also zu Jünger / Nachfolger Jesu machen. Wenn die Bibel von Glaube an Gott spricht, beinhaltet dies fast immer, dass jeder Mensch eine persönliche Beziehung zu Gott hat.

Ein solcher Glaube beruht auf eine persönliche und lebenslange Beziehung zwischen Mensch und Gott. Dieser Glaube hat Einfluss und Auswirkungen auf das Leben der Gläubigen, ist für andere Menschen sichtbar und wohl das kostbarste im Leben eines jeden Gläubigen. Das ist ein wunderbares Geschenk Gottes an uns Menschen. Und weil dies ein Geschenk Gottes ist, können und müssen wir Menschen nichts tun, um diesen Glauben zu erhalten – außer dieses Geschenk anzunehmen. Wir Menschen können nichts von uns tun, egal wie viel wir uns bemühen und anstrengen, um diesen Glauben zu bekommen. Er ist ein Geschenk Gottes, welches Gott gerne jeden Menschen geben möchte, der an ihn glauben will. Und da es sich um einen persönlichen und lebendigen Glauben handelt ist dieser nicht an einem bestimmten Ort oder an eine bestimmte Zeit gebunden. Also auch hier lautet die Antwort, dass man nicht in die Kirche gehen muss, um an Gott zu glauben.

Wozu gibt es dann Kirchen?

Doch wenn dies so ist, warum strömen dann jeden Sonntag Tausende von Menschen in die Kirche. Warum existieren dann überhaupt seit dem Beginn des Christentums so viele Kirchen? Die Tradition Sonntags in die Kirche zu gehen hat sehr viel mit dem persönlichen Glauben an Gott zu tun.

Wie oben aufgezeigt, ist der persönliche Glaube an Gott ein Geschenk für uns Menschen und orts- bzw. zeitunabhängig. Diesen Glauben kann man sich nicht durch gute Werke oder durch gewisse Anstrengungen verdienen, sondern er ist ein Geschenk Gottes. Doch dieser Glaube muss gepflegt werden, sonst läuft der Gläubige Gefahr, dass sein Glaube falsche Ansichten und Inhalte bekommt oder dass sogar sein Glaube abnimmt oder erlischt. Und genau dafür ist die Kirche, also die Gemeinschaft von vielen Gläubigen dar.

Ein wesentlicher Aspekt, warum Gläubige Sonntags in die Kirche gehen, ist neben dem Wunsch, Gott gemeinsam zu loben und anzubeten folgender: Der Gedanke, seinen eigenen Glauben zu überprüfen, eigene Fehler und Schwächen zu erkennen, aber auch Trost und Ermutigung durch andere Gläubige zu finden. Durch die Gemeinschaft der Gläubigen in der Kirche wird der Glaube des Einzelnen gestärkt und geformt, aber auch gerade gebogen und Fehler aufgezeigt. Somit ist es unabdingbar, als Christ Gemeinschaft mit Gläubigen zu haben – nicht nur Sonntags in der Kirche- um seinen Glauben nicht nur aufrecht zu halten, sondern auch in diesem zu wachsen und gestärkt zu werden. Und genau dafür ist u.a. die Gemeinschaft der Gläubigen und damit die Kirche da.

Fazit

Abschließend bleibt also festzustellen: Um an Gott zu glauben, bedarf es keine Kirche oder keinen Gang in den Sonntagsgottesdienst. Um aber diesen Glauben aufrecht zu halten und zu stärken, ist diese Gemeinschaft unabdingbar.

1 Kommentar

  1. by Gast am 14. August 2016  9:30 Antworten

    Matthäus Kap. 5-8.

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