Warum zeigt sich Gott nicht?

Warum zeigt sich Gott nicht? Versteckt er sich etwa?

Warum zeigt sich Gott nicht? Versteckt er sich etwa?

„Ich glaube nur, was ich sehe.“ „Gott sieht man nicht und er zeigt sich nicht, darum glaube ich nicht“ – so hört man immer wieder Menschen sagen, die nicht an Gott glauben (wollen?) und seine Existenz in Frage stellen.

Wir wollen diesen Argumenten auf den Grund gehen. Kann man Gott wirklich nicht sehen? Zeigt er sich wirklich nicht? Diese Fragen müssen mit Ja und Nein beantwortet werden. Ja, weil Gott wirklich nicht gesehen werden kann und nein, weil er sich trotzdem selber gezeigt hat. Wie passt das zusammen?

Gott ist unsichtbar

Gott kann man nicht sehen, so bezeugt es auch die Bibel, das Buch, dessen Autor Gott selber ist. Dort heißt es,

  • dass man Gott nicht sehen kann (Exodus 33,20),
  • dass kein Mensch Gott jemals gesehen hat (Johannesevangelium 1,18; 1. Brief des Johannes 4,12)
  • und dass ihn auch kein Mensch jemals sehen kann (1. Brief an Timotheus 6,16)

 Als Gründe für die „Unsichtbarkeit Gottes“ werden folgende Punkte genannt:

  • Zum einen ist Gott Geist (Johannesevangelium 4,24), dass heißt, dass er keinen sichtbaren Körper hat, wie wir ihn haben. Er besitzt ein unsichtbares Wesen (Römerbrief 1,20) und ist daher der unsichtbare Gott (Kolosserbrief 1,15).
  • Zum anderen wohnt dieser heilige (= abgesonderte) Gott in unzugänglichem Licht, sodass kein Mensch sich ihm nahen kann, um ihn zu sehen (1. Brief an Timotheus 6,16).

Gott nicht sehen zu können, schließt aber seine Existenz und die Möglichkeit, an ihn zu glauben, nicht aus.

Gott nicht sehen zu können, schließt aber seine Existenz und die Möglichkeit, an ihn zu glauben, nicht aus. Es gibt viele Dinge in unserer Umwelt, die wir nicht sehen können, an die wir aber doch glauben. Denken wir z.B. an Strom. Wir sehen ihn nicht, sondern nur seine Auswirkungen. Und doch glauben wir alle an die Existenz von Strom. Ein anderes Beispiel wäre unser Verstand – keiner hat ihn jemals gesehen. Aber auch wenn wir vielleicht selber an unserem eigenen Verstand zweifeln, so ist er doch da und in den meisten Situationen verlassen wir uns auf ihn. So auch mit Gott, wir sehen ihn nicht und trotzdem sagt das nichts über seine Existenz aus. Von einem der größten „christlichen Glaubenshelden“ Mose lesen wir, dass er wegen seines Glaubens an Gott und seines Vertrauens zu ihm aus der Gefangenschaft in Ägypten entfliehen konnte. Obwohl er den Zorn des Pharaos fürchtete, fasste er in Gott den Mut zur Flucht und „hielt sich an den, den er nicht sah [Gott], als sähe er ihn“ (Hebräerbrief 11,27).

Der unsichtbare Gott zeigt sich

Gott zeigt sich, um sich mitzuteilen und um uns Menschen wissen zu lassen, wie er ist und dass er existiert.

Auch wenn Gott, wie wir soeben festgestellt haben, unsichtbar ist, so schließt das nicht aus, dass es ihn gibt und dass er sich immer wieder gezeigt hat und immer noch zeigt. Man spricht hier von sogenannten „Theophanien“ also von Gottesoffenbarungen. Gott zeigt sich (wenn auch in anderer Gestalt/Form), um sich mitzuteilen und um uns Menschen wissen zu lassen, wie er ist und dass er existiert. Hätte er sich nicht offenbart, dann bestünde für uns Menschen keine Möglichkeit, Gott kennenzulernen. Bei den Gottesoffenbarungen kann man zwischen zwei Arten unterscheiden: eine a) generelle Offenbarung und eine b) spezielle Offenbarung.

Die generelle Offenbarung Gottes

Zu den generellen Offenbarungen zählt z.B. die Natur. Wer sich mit der Natur und der Perfektion, mit der alles geschaffen wurde, beschäftigt, der muss sich die Frage stellen, wie das alles entstanden ist. Alles nur Zufall? Jahrmillionenlange Entwicklung? Oder steht dahinter ein höheres, intelligentes Wesen, ein „Schöpfer“, der alles geplant, entworfen und zielbewusst geschaffen hat? Die Bibel sagt, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist und dass sein unsichtbares Wesen seit der Erschaffung der Welt aus dem Geschaffenen wahrnehmbar/erkennbar ist (Römerbrief 1,20). An einer anderen Stelle heißt es in der Bibel: „und doch hat er [Gott] sich selber nicht unbezeugt gelassen, sondern hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, [er] hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt“ (Apostelgeschichte 14,17).

Gott zeigt und macht sich bemerkbar in der Natur und im Herzen und Gewissen des Menschen.

Aber nicht nur in der Natur finden wir eine Offenbarung Gottes, sondern auch unserem Innersten, in unserem Herzen, den Gedanken und dem Gewissen. Das zeigt sich darin, dass Menschen überhaupt nach Gott suchen. Im Herz des Menschen sind Fragen verankert, die beantwortet werden wollen. Fragen wie: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Gibt es einen Gott? Als Grund für diese Fragen nennt die Bibel, dass uns Menschen „die Ewigkeit in ihr Herz gelegt ist“ (Prediger 3,11) und dass wir ein moralisches Gewissen haben. Wir Menschen können deshalb, wenn auch oft begrenzt, zwischen Richtig und Falsch unterscheiden.

Diese Unterscheidungsfähigkeit wird nicht nur beeinflusst von unserer Erziehung, sondern kommt vor allem daher, dass Gott uns sein Gesetz (seine Maßstäbe für Richtig und Falsch) ins Herz geschrieben hat (Römerbrief 2,15). Wenn wir etwas Falsches tun, haben wir deshalb ein „schlechten Gewissens“. Gott zeigt und macht sich bemerkbar in der Natur und im Herzen und Gewissen des Menschen. Diese generellen Offenbarungen Gottes sind für jede Menschen ersichtlich, deutlich und nicht zu leugnen. Gott zeigt sich!

Die spezielle Offenbarung Gottes

Neben den generellen Offenbarungen stehen die speziellen Offenbarungen. Hier soll nur auf die beiden Wichtigsten hingewiesen werden, nämlich auf die Offenbarung Gottes in Jesus Christus und der Bibel. In beiden zeigt sich Gott auf überaus deutliche Weise. Von Jesus heißt es, dass er uns den unsichtbaren Gott gezeigt hat. Im Johannesevangelium Kapitel 1 Vers 18 lesen wir: „Niemand hat Gott je gesehen; der einzige Sohn Gottes (Jesus Christus) … der hat ihn uns bekanntgemacht“. Jesus selber hat, als er auf dieser Erde lebte, gesagt, dass derjenige, der ihn (Jesus) kennt auch Gott den Vater kennt (Johannesevangelium 8,19) und dass jeder, der Jesus sieht, den Vater sieht (Johannesevangelium 14,9).

Wer Jesus kennenlernt, der lernt auch Gott kennen.

Damit macht er deutlich, dass er und Gott, der Vater eins sind (Johannesevangelium 10,30). Jesus war und ist das perfekte Ebenbild des unsichtbaren Gottes (Kolosserbrief 1,15). In ihm zeigt sich Gott den Menschen. In Jesus können Menschen den unsichtbaren Gott kennenlernen und verstehen. Da Jesus heute nicht mehr sichtbar auf dieser Erde lebt, haben wir das Wort Gottes, die Bibel. In ihr können wir Gott kennenlernen, wir können Jesus kennenlernen. Und auch hier gilt: Wer Jesus kennenlernt, der lernt auch Gott kennen. In der Bibel hat Gott aufschreiben lassen, wer er und wie er selber ist. Er hat uns seinen Willen, sein Fühlen und sein Denken mitgeteilt und sich dadurch selber offenbart.

Fazit

Gott zeigt sich – wenn auch auf andere Art und Weise und in anderen Formen, wie wir uns das vielleicht vorstellen oder wünschen.

3 Kommentare

  1. by sussi am 18. Juni 2016  12:09 Antworten

    Ich finde, dass es Gott gibt. Wer soll denn die Welt erschaffen haben. In den Jahren, in denen ich Atheismus und Gottesglauben diskutiert habe, habe ich eine Beobachtung gemacht. Wenn man irgendeinen Gläubigen fragt, was ihn überzeugen würde, falsch zu liegen und ihn dazu bringen könnte, seine Religion abzulegen und ein Atheist zu werden, ist die Antwort fast immer, wenn man denn eine bekommt: „Nichts – Ich habe Vertrauen in meinen Gott“. Obwohl es sie wohl geben wird, habe ich noch nie einen Gläubigen getroffen, der auch nur die Möglichkeit anerkennen würde, dass sein Glaube ein Fehler sei. Viele Gläubige, wie sie selbst zugeben, strukturieren ihren Glauben so, dass keinerlei Beweise diesen widerlegen könnten. Kurz gesagt: Sie sind engstirning und wurden dazu erzogen, engstirnig zu sein.

    Wenn man dieses betrachtet, ist es witzig, dass Atheisten oft bezichtigt werden, die Engstirnigen zu sein. Fundamentalistische Missionierer behaupten oftmals, wir seien hartherzig, dogmatisch, irrational, würden Gott auf vorgefertigter Abneigung ablehnen, etc. pp. Solche Behauptungen resultieren aus psychologischer Projektion. Unfähig, mit der Tatsache zu leben, dass es Leute gibt, die wirklich nicht an ihren Gott glauben, verneinen diese Gläubigen einfach, dass solche Leute überhaupt existieren könnten und beharren stattdessen darauf, dass alle anderen genauso denken wie sie es tun. Daraus folgt, dass Leute, die zu anderen Ergebnissen kommen als sie, irgendeinen geheimen sonstigen Grund haben, nicht zu glauben. Das ist natürlich vollkommen aberwitzig, aber leider glauben das manche Leute wirklich.

    Daher, im Geiste des Versuchs, zu beweisen, dass Atheisten doch nicht engstirnig sind, haben ich folgend eine Liste von allemgesammelt, das mir einfiel, was ich als Beweis für die Wahrheit einer bestimmten Religion akzeptieren würde. Auch habe ich Dinge gelistet, die ich als Indizien für die Wahrheit einer bestimmten Religion akzeptieren würde und Dinge, die ich nicht als Beweis für Irgendwas akzeptieren würde. Während ich nicht behaupten will, für alle Atheisten zu sprechen, kann ich wohl mit gutem Gewissen vorhersagen, dass jede Religion, die eines der Dinge auf der ersten Liste erfüllen kann, sich über einen großen Ansturm an Konvertiten freuen können wird.

    Um fair zu bleiben, lade ich alle Gläubigen ein, mit einer eigenen Liste zu antworten, die sie überzeugen würde, dass Atheismus wahr ist. Wenn ein Gläubiger dazu bereit ist, sagt mir Bescheid und ich werde es auf dieser Seite verlinken.

    Die erste Kategorie befasst sich mit Dingen, die mich komplett überzeugen würden, dass eine bestimmte Religion wahr ist. Wenn mir einer dieser Punkte bewiesen werden kann, würde ich auf der Stelle konvertieren.

    • by Kara am 18. Juni 2016  12:15 Antworten

      Ich finde sie hat Recht. Ich hatte früher kein glauben. Jetzt glaube ich an Gott

  2. by Bestadon am 20. Mai 2017  23:36 Antworten

    Wenn Gott wirklich seine Macht in einer überzeugenden Art und Weise zur Schau gestellt hatte, konnte er uns dazu zwingen, an ihn zu glauben. Er mochte, dass wir ihn als unseren Vater, Freund, Tröster, Berater und Herrn kennenlernen - freiwillig und nicht aus Zwang.

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