Wenn es Gott gäbe, hätte er dies nie zugelassen

Wo ist Gott in meinem Leid?

Wo ist Gott in meinem Leid?

Ist Gott nicht allmächtig? Kann er so etwas nicht verhindern? Wie kann er sagen, dass er mich liebt und doch passiert mir so etwas Schlimmes? Diese Fragen kommen uns Menschen in den Sinn, wenn wir Situationen erleben, in denen wir großes Leid erleben. Sei es der Tod einer geliebten Person, sei es das rücksichtslose Verhalten anderer uns gegenüber, sei es eine schlimme Krankheit. Die Liste von Ereignissen, die unser Leben beeinflussen und uns erschüttern können, ist lang. Es gibt übrigens auch Menschen, die an Gott glauben, die sich oben genannte Fragen stellen.

Ist das Leid eine Strafe für Sünde?

Eine allgemein gültige Antwort auf die Frage „Warum lässt Gott das in meinem Leben zu?“ gibt es nicht. Auch wenn Gott manchmal Leid zulässt, um uns zu züchtigen, ist das Leid nicht automatisch als Strafe für die betroffene Person zu betrachten. Es ist im Gegenteil nämlich oft so, dass das Leid keine Strafe für Sünde ist. So gibt es viele Gründe, warum Gott Leid zulässt. Eine Sache ist sicher: sein vollkommener Wille ist das Leid nicht. Aber Gott lässt zu, dass solche Dinge geschehen.

Wir sehen in der Geschichte von Hiob welche Erklärung Menschen dafür anbringen, dass er großes Leid erlebt: Hiobs Freunde werfen ihm vor er habe gesündigt und Gott würde ihn dafür bestrafen, obwohl Hiob rechtschaffen, gottesfürchtig und aufrichtig in Gottes Augen ist. Auch die Jünger fragen Jesus nach dem schuldigen Sünder, der die Blindheit eines blind geborenen Menschen zu verantworten hat:

Wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?Johannes 9, 2

Dieses Denken ist menschlich: Es ist ohne Barmherzigkeit, ohne Mitgefühl für das Leid des anderen. Die Antwort von Jesus auf die Frage der Jünger öffnet uns die Augen:

Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.Johannes 9, 3

Jesus ist voller Barmherzigkeit, kümmert sich um die Leidenden und in diesem Fall wird der Blinde geheilt.

Gott offenbart sich

Gott lässt also viele Dinge zu, um sich selbst offenbaren zu können, um seine göttlichen Eigenschaften zeigen zu können.

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.Psalm 46, 2
  • Wie könnte sich Gott als Heiler offenbaren, wenn es keine Krankheit gäbe?
  • Wie könnte sich Gott als Heiland und Retter offenbaren, gäbe es keine Sünde und keine Verlorenen?
  • Wie könnte Gott der gerechte Richter sein, wenn es keine Ungerechtigkeit gäbe?
  • Wie könnten wir Gott als Friedefürst erleben, wenn er keinen Streit oder Krieg zuließe?
  • Wie könnte die Barmherzigkeit Gottes offenbar werden ohne Not?
  • Wie könnte er der Tröster sein ohne Leid und Trauer zuzulassen?
  • Wie können wir ihn als Ratgeber kennen lernen, wenn wir keine Fragen haben, die uns überfordern?

Gottes Nähe in unserem Leid

Leid ist oft schwer zu verstehen. Manchmal versteht man erst nach langer Zeit, welchem Zweck es gedient hat. Manchmal versteht man es scheinbar überhaupt nicht. Aber eine Verheißung ist uns sicher:

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind.Psalm 34, 19

Jesus hat uns verheißen uns nie zu verlassen, sondern bei uns zu bleiben alle Tage bis ans Ende der Welt (Matthäus 28, 20). In Johannes 14 lesen wir von dem Tröster, dem Heiligen Geist, durch den der Herr uns nahe sein möchte. Jesus sagt, dass er uns nicht trostlos zurücklässt: „Ich komme zu Euch“. In diesem Leben finden wir Trost beim lebendigen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde durch das Wirken seines Geistes. Wieviel größer ist aber der Ausblick auf den neuen Himmel und die neue Erde, wenn Gott unter den Menschen wohnen wird und es heißt:

Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.Offenbarung 21, 4

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