Wie kann ein liebender Gott Menschen in die Hölle senden?

Wie kann ein liebender Gott Menschen in die Hölle senden?

Die Hölle – ein realer Ort?

Ein liebender Gott der Menschen in die Hölle sendet, ist das nicht ein Widerspruch in sich? Christen behaupten, dass Gott alle Menschen liebt aber sind einer Erklärung schuldig warum Gott, trotz seiner allumfassenden Liebe, Menschen in die Hölle sendet. Ist Gott ungerecht? Oder haben wir ein unvollständiges oder verzerrtes Gottesbild?

Um Gott kennenzulernen, wie Er wirklich ist, dazu muss man vor allem hören, was Er über sich selbst sagt. Denn eines ist klar: Wenn Gott sich nicht selbst offenbart, dann kann keiner etwas über Ihn wissen. Vermutungen anzustellen, wäre das Einzige, was übrig bliebe. Man kann 30 Jahre mit einem Menschen zusammenleben, doch wenn er seinen Mund nicht aufmacht, lernt man ihn nie wirklich kennen. Wir sind der festen und begründeten Überzeugung, dass Gott geredet und sich in den Schriften der Bibel offenbart hat.

Gott ist Liebe

Gott offenbart über sein Wesen tatsächlich, dass Er Liebe ist. Wir finden das im 1. Johannes-Brief Kapitel 4,8 deutlich ausgesagt:

„Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.

Das ist im Grunde eine einfache und unmissverständliche Aussage. Es ist trotzdem gut auf etwas Wichtiges hinzuweisen: Dieser Vers sagt NICHT, dass Gott DIE Liebe ist. Das würde die jeweilige Vorstellung von Liebe, die der Mensch sich gerade macht, zu Gott und somit zu einem Götzen machen. Viel mehr ist Gott von seinem Wesen her Liebe und so, wie Gott ist, wird bestimmt, was Liebe ist.

Gott ist heilig und gerecht

Gott offenbart über sich aber nicht nur, dass er Liebe ist. Dieses Gottesbild wäre nicht vollständig. Er hat sich auch in Seiner absoluten Heiligkeit und vollkommenen Gerechtigkeit offenbart. Bei Gott kommen diese beiden Wesenszüge zusammen: Liebe und Barmherzigkeit auf der einen Seite und Heiligkeit und Gerechtigkeit auf der anderen. Diese Eigenschaften Gottes können nicht getrennt werden. Gott kann auch nicht mehr Liebe sein auf Kosten Seiner Gerechtigkeit oder andersherum. Die Eigenschaften Gottes sind ewig und unveränderlich.

Das Sündenproblem

Von Seiner absoluten Heiligkeit und vollkommenen Gerechtigkeit her MUSS und WILL Gott jede Sünde bestrafen und sei sie noch so klein. Sünde ist alles, dass gegen dieses Wesen Gottes gerichtet ist; alles, dass Seiner Liebe, Barmherzigkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit nicht entspricht. Gott ist wie ein gerechter Richter, der nicht einfach über das Unrecht hinwegsehen kann. Er würde sonst ungerecht werden. Das ist bei Gott aber unmöglich. Er will und kann Seine vollkommenen Eigenschaften nicht einschränken. Weil Gott absolut heilig und vollkommen gerecht ist, kann auch keine Sünde in Seiner Gegenwart bestehen. Es kommt zu einer ewigen Trennung von Gott. Weil Er das Leben selbst ist und allem Leben gibt, wird diese Trennung in der Bibel der zweite Tod genannt. Gott ist da sehr deutlich:

„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,…“ (Röm 6,23).

Warum ist diese Strafe eine ewige Strafe, könnte jemand fragen. Das hängt damit zusammen, gegen wen das Vergehen gerichtet ist. Lügt jemand z.B. sein Kind an, dann passiert ihm nichts. Lügt er aber seine Frau an, dann kann es sein, dass er auf der Couch schlafen muss. Geht jemand so weit einen Polizisten anzulügen, dann kann es eine Geldstrafe geben. Bei einem Richter, ist sogar eine Gefängnisstrafe möglich. Und so zählen die Vergehen gegen den ewigen Gott unendlich mehr und haben eine ewige Konsequenz für den Menschen, auch wenn es sich „nur“ um zeitliche Vergehen handelt.

Ein weiteres Problem ist unsere Sicht über die Sünde. Wir fragen oft, wie Gott Menschen wegen Sünde ewig in die Hölle schicken kann? Das liegt daran, dass wir Ihn nicht in Seiner absoluten Heiligkeit und vollkommen Gerechtigkeit richtig kennen. Wir sind die Sünde nicht nur gewohnt, sondern sind darin geübt Sünden – vor allem unsere eigenen – zu verharmlosen. Die Frage müsste heißen: Wie heilig und gerecht ist Gott und wie schwerwiegend und schrecklich muss die kleinste Sünde in Seinen Augen sein, dass Menschen dafür in eine ewige, qualvolle Trennung von Ihm kommen müssen?

Als letzte biblische Rechtfertigung für die schreckliche Realexistenz der Hölle soll der Abschnitt Röm 1,19-23 dienen:

„Sie führen ein Leben ohne Gott und tun, was ihm missfällt. Dabei wissen sie ganz genau, dass es Gott gibt, er selbst hat ihnen dieses Wissen gegeben. Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Sie haben also keine Entschuldigung. Denn obwohl sie schon immer von Gott wussten, wollten sie ihn nicht anerkennen und ihm nicht danken. Stattdessen kreisten ihre Gedanken um Belangloses, und da sie so unverständig blieben, wurde es schließlich in ihren Herzen finster. Sie wähnten sich besonders klug und waren die größten Narren. Statt den ewigen Gott in seiner Herrlichkeit anzubeten, verehrten sie Götzenstatuen von sterblichen Menschen, von Vögeln und von vierfüßigen und kriechenden Tieren.“

Gott offenbart hier, dass im Grunde alle Menschen um Seine Existenz wissen. Sie wissen es, weil Er selbst jedem Menschen dieses innere Wissen gegeben hat. Das verhält sich ähnlich, wie mit dem moralischen Wissen, das der Mensch hat. Er weiß beispielsweise, dass es moralisch besser ist ein Kind in den Arm zu nehmen als es zum Spaß zu quälen. Nun unterdrückt der Mensch dieses innere, gottgegebene Wissen, weil er die Sünde liebt. Er möchte sein eigener Herr sein, frei und unabhängig von Gott. Neben diesem inneren Wissen ist es dann aber auch noch das Universum, das von Gott zeugt. Letztendlich hat der Mensch nicht die geringste Entschuldigung für seine Sünde, Rebellion und Ablehnung Gottes. Die Sünde, Rebellion und Ablehnung Gottes kann verschiedene Formen annehmen. Sie kann von der atheistischen Leugnung der Existenz Gottes bis hin zum Götzendienst und dem Ausleben einer falscher Religion gehen. In jedem Fall weiß der Mensch um die Existenz des einen wahren Gottes, der sich in der Bibel offenbart hat und unterdrückt dieses Wissen in sich. Er ist ohne Entschuldigung.

Die Lösung Gottes für das Sündenproblem

Dieser Artikel soll aber nicht enden, ohne dass erklärt wird, wie man dieser ewigen Hölle entgehen kann. Die Lösung Gottes für das Sündenproblem, dass der Mensch hat, ist das Kreuz. Am Kreuz kommen beide Wesenszüge Gottes zum Tragen, sowohl Seine Heiligkeit und Gerechtigkeit als auch Seine Liebe und Barmherzigkeit. Seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit wird Genüge getan, weil die Sünde ihre gerechte Strafe bekommt. Seine Liebe und Barmherzigkeit dadurch, dass Gott in dem Messias (Christus) Jesus Mensch wird. Als Jesus von Nazaret vollbringt Er das, wozu wir niemals fähig wären: Er wird in allem versucht, wie wir auch, aber besteht und bleibt ohne Sünde. Er führt ein vollkommenes Leben. Als sündloser und makelloser Mensch nimmt Er die Strafe aus Liebe zu uns auf sich. Jeder Mensch, der wirklich darauf vertraut, dass Jesus für alle seine Sünden am Kreuz gezahlt hat, der hat auch wirklich Vergebung aller seiner Sünden. Das geschieht aus Glauben, sofort, gilt für immer und ewig und ist darum reine, unverdiente Gnade.

2 Kommentare

  1. by JesusLebt am 30. Juni 2014  17:21 Antworten

    Wenn Gott die Menschen mit all ihren Sünden erschaffen hat, ist es dann nicht absurd diese zu bestrafen? Da er allmächtig ist, ist jeder Mensch, der nicht perfekt geraten ist, mit dem Wille Gottes genau das, was er ist, nämlich sündig. Warum hat er nicht gleich Menschen erschaffen, die perfekt und frei von jeder Sünde sind, wenn dies offenbar sein Anspruch ist? Hat er Freude daran uns zu bestrafen, für Makel, die er uns selber angeheftet hat?

    • by Gibt es Gott am 13. Oktober 2014  11:08 Antworten

      Gott hat nicht die Menschen mit ihren Sünden erschaffen. Gott erschuf die Menschen mit einem freien Willen, die selbst entscheiden können ob sie Gott gehorchen oder nicht. Einen freien Willen kann es nur dann geben wenn man sich zwischen zwei oder mehreren Alternativen entscheiden kann. In diesem Fall hat der Mensch sich gegen den Willen Gottes, vom Baum der Erkenntnis zu essen, aufgelehnt und muss deswegen mit den Konsequenzen leben. Gottes Anspruch war es nicht in erster Linie makellose Menschen zu erschaffen sondern Wesen, mit denen er eine Beziehung hat. Diese Beziehung wurde durch Sünde, die wir uns selber angeheftet haben, gestört.

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