Wie rechtfertigen Christen ihren Atheismus gegenüber anderen Göttern?

Als ich Atheist war, habe ich meine Freunde, die Christen waren, mit einem gängigen Gegenargument konfrontiert. Dieses Argument lässt sich auch heute noch im Internet finden. Obwohl meine Formulierung dieses Arguments von Zeit zu Zeit variierte, klang es wie das populäre Zitat des bekannten Programmierers Stephen F. Roberts:

Ich behaupte, dass wir beide Atheisten sind. Der einzige Unterscheid ist, dass ich an einen Gott weniger glaube als du. Wenn du begreifst, warum du alle anderen möglichen Götter ablehnst, wirst du verstehen warum ich deinen Gott ablehne.Stephen F. Roberts

Das Argument

Der Gott Zeus

Warum glauben Christen nicht an Götter wie Zeus?

Mein Standpunkt als Atheist war eigentlich ganz einfach: Wenn man darüber nachdenkt ist jeder von uns ein Atheist bis zu einem gewissen Grad. Wir sind uns nur in dem Punkt uneinig, welche Götter wir ablehnen. Christen sind atheistisch gegenüber Göttern wie Zeus, Poseidon, Lakshmi, Vishnu, Cheonjiwang, Na Tuk Kong, Achamán, Huixtocihuatl und tausend anderen historischen Göttern. Wenn Christen danach gefragt werden, nennen sie dieselben Gründe warum sie andere “Gottheiten” ablehnen, die ich als Atheist zur Ablehnung des christlichen Gottes genannt habe. Ich war der Meinung, dass, wenn meine Freunde bei allen anderen Mythologien die gleiche Herangehensweise wie bei ihrem Gott Jahwe anwenden würden, sie zwangsläufig zur Vernunft kommen und alle Götter ablehnen müssten.

Dieses Argument gegen Gott ist immer noch sehr populär. Jetzt da ich Christ bin, habe ich dieses Argument bei meinen Bemühungen für das Christentum häufig entweder gelesen oder gehört. Es gibt sicherlich mehrere gültige Antworten auf diese Frage. Jedoch möchte ich hier eine Antwort aus meiner Erfahrung als Detektiv weitergeben. Dies ist eine kurze, dafür aber eine rhetorisch überzeugende Antwort auf dieses unsinnige Argument.

Gott auf der Anklagebank

Wir treffen eine Entscheidung für Jesus auf Basis der Beweise, die gegenüber Jesus vorgebracht werden, ohne die vielen anderen Kandidaten zu überprüfen.
In jeder Gerichtsverhandlung wird die Jury gebeten, die Handlungen des Angeklagten in einem speziellen Kriminalfall zu bewerten (Anmerkung des Übersetzers: In den USA sind Geschworenengerichte bei Strafverfahren von der Verfassung vorgeschrieben.). Während es Millionen von Menschen auf dieser Welt gibt, die dieses Verbrechen verübt haben könnten, wird im vorliegenden Fall nur eine Person belastet. Wenn die Jury davon überzeugt wird, dass der Angeklagte der Täter ist, werden sie ihn auf Basis ihrer Ansichten bzw. der vorliegenden Beweise verurteilen. Sie verurteilen den Angeklagten, obwohl sie nicht alle Handlungen und Hintergründe von Millionen anderer eventuellen Verdächtigen untersucht haben. Sie vollziehen ein Urteil auf Basis der Beweise, die gegen diesen Verdächtigen vorgebracht werden. Dabei lassen sie Millionen von anderen Möglichkeiten außer Acht. Wenn die Beweise überzeugend sind, glauben die Geschworenen an die Schuld dieses Mannes oder dieser Frau, obwohl sie Millionen von anderen Optionen nicht in Betracht ziehen.

Wenn das Christentum wahr ist, dann sind alle anderen Behauptungen über Gott unwahr.
Als Christen sind wir die Geschworenen in dieser Gerichtsverhandlung. Wir treffen eine Entscheidung für Jesus auf Basis der Beweise die gegenüber Jesus vorgebracht werden, ohne die vielen anderen Kandidaten zu überprüfen. Wenn die Beweise überzeugend sind, können wir unsere Entscheidung mit gutem Gewissen treffen, obwohl wir nicht mit allen anderen Möglichkeiten vertraut sind. Das Christentum beansprucht für sich wahr zu sein. Wenn das Christentum wahr ist, dann sind alle anderen Behauptungen über Gott unwahr. Wenn die Beweise das Christentum bekräftigen und diese schlüssig sind, dann brauchen wir uns nicht weiter umzuschauen.

Fazit

Letztendlich wird unsere Entscheidung auf Stärken (oder Schwächen) des Christentums basieren. Auf ähnliche Weise, bestimmen die Stärken (oder Schwächen) der Beweise gegen einen Angeklagten das Urteil der Geschworenen. Am Ende einer Gerichtsverhandlung sind die Geschworenen “Ungläubige” was andere potentielle Verdächtige angeht, weil die Beweise, die die Schuld eines Angeklagten bestärken, ausreichend sind. Auf die gleiche Weise können wir überzeugte “Ungläubige” sein, wenn es um jede andere potentielle Gottheit geht. Die Beweise für das Christentum und den christlichen Gott sind mehr als ausreichend.

Übersetzt aus dem Englischen „Do Atheists Believe in Just One Less God Than Christians?“ von Jim Warner Wallace, coldcasechristianity.com

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